Cubano

Will man mehr über die Salsa-Musik erfahren, dann muss man sich auch um den kubanischen Son kümmern, denn er ist ihr wichtigster Vorläufer. Gerade der Son Cubano hat in den letzten Jahren fast überall auf der Welt für Furore gesorgt.

Dank Ry Cooder und Juan de Marcos González (als "Paten") und den vielen z.T. legendären Musikern rund um den Buenavista Social Club und den Afrocuban All Stars ist der Son in der westlichen Welt heute populärer denn je. Die alten Herren und Damen aus Cuba wie z.B. Compay Segundo, Ibrahim Ferrer oder Omara Portuondo haben sich in die Herzen der nach Sonne, Sand und menschlicher Wärme dürstenden Europäer gesungen.

Natürlich wird dazu von den Plattenfirmen mittlerweile jedes noch so platte Klischee aus der Marketingkiste gezaubert und die sozialen Hintergründe des heutigen Kubas werden beinahe vollständig ausgeblendet (der Real-Sozialismus verkauft sich hierzulande halt nur sehr schlecht). Es wird in diesem Zusammenhang häufig auch verschwiegen, dass im modernen Kuba v.a. die jungen Kubaner die Klänge der unzähligen Salsa- und Timbagruppen denen der "Son-Opas" vorziehen. Obwohl natürlich gesagt werden muss, dass die moderne Salsamusik und der Son fest zusammengehören. Ohne den Son gäbe es die Salsa nämlich nicht.

Er ist der Vorläufer bzw. die Urquelle der Salsa. Und so wie die Aare irgendwo in den Berner Alpen als kleines Bächlein, so entspringt der Son den Bergen der Sierra Maestra im "Oriente". Der Oriente bezeichnet den östlichen Teil Kubas mit den Hügelzügen der Sierra Maestra und den Städten Santiago de Cuba, Bayamo, Manzanillo und Guantánamo. Die Menschen aus dieser Region gelten als noch etwas heißblütiger als ihre Landsleute im Westen (Havanna, Pinar del Rio ...). Dies könnte auch eine Folge sein der über die Jahrhunderte erfolgten "explosiven" Mischung verschiedenster Ethnien und Völker (Spanier, Franzosen, Afro- Haitianer, Dominikaner, indianische Völker, sowie viele unterschiedliche und z.T. außerordentlich stark präsente afrikanische Ethnien eiw z.B. die Bantú).

Ich denke, es ist wohl kein Zufall, dass in den Bergen der Sierra Maestra sowohl der erste Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier (1868) und die kubanische Revolution (1959), als auch der Son seinen weltweiten Siegeszug startete. Im Oriente ist der Son auch heute immer noch sehr präsent und lebendig. Davon zeugen nicht nur die vielen Neuinterpretationen der alten Son-Klassiker und die noch immer aktiven Koryphäen wie z.B. Compay Segundo, Estudiantina Invasora, Vieja Trova Santiaguera oder el Guayabero, welche die 80 Jahre z.T. schon deutlich überschritten haben, sondern auch die zahlreichen neuformierten Gruppen mit ganz jungen Musikern, die sich klar der Son-Tradition verpflichtet haben (z.B. Mi Son, Los Guanches, Los Tipicos del Son und andere). Eine Gefahr, dass dieser Musikstil "aussterben" könnte, droht zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Im Gegenteil: Allein in Santiago de Cuba gibt es heute um die 40 Gruppen, die sich ganz dem Son und anderen traditionellen Musikstilen (z.B. Bolero, Guajira ...) verschrieben haben.

Und wen es einmal auf einer Reise nach Santiago de Cuba verschlagen sollte, der sollte sich einen Besuch im altehrwürdigen "Casa de la Trova" (eine Art musikalisches Gemeinschaftszentrum) nicht entgehen lassen. Man trifft sich da, um gemeinsam zu musizieren und seinen Gefühlen Ausdruck zu geben. Ich glaubte mich bei meinem ersten Besuch 1989 um 70 Jahre zurückversetzt und war seltsam ergriffen ob der Tatsache, dass ich einen Blick in die "Kinderstube der Salsa-Musik" werfen durfte. Die Wände sind tapeziert mit unzähligen Photos von ehemaligen Son-Grössen, die hier gespielt haben. Die "Casa de la Trova" ist ein richtig kleines und äußerst charmantes Museum. Allerdings kein verstaubtes, sondern ein sehr lebendiges, denn noch heute zelebrieren dort v.a. an Wochenenden bekanntere und unbekanntere Soneros und Soneras diese wunderbare zeitlose Musik auf so herzergreifende Weise, dass ich jedem rate, einen Besuch nur mit besonders saugfähigen und jederzeit griffbereiten Taschentüchern zu wagen.

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    Sa. 10 u. 11. März 2012
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    ab 20. März 2012
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  • Kostenlose Salsa Schnupperstunde
    Sa. 25. Februar 2012 
    14:00 - 15:00 h
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